Quarantäne und Arbeitsschutzhinweise, Homeoffice (Stand 19.01.2021)

Übersicht:

1.) Abwägung bei der Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen
2.) Überlegungen zur Homeofficeverordnung
3.) Corona-Hinweise für Sachsen-Anhalt:
4.) Quarantäne-Hinweise des Robert-Koch-Instituts (RKI)
5.) Verdienstausfälle aufgrund angeordneter Schutzmaßnahmen des Gesundheitsamtes
6.) Kanzleien/ Mandantenbesuchsverkehr in Pandemie-/ Lockdownzeit:

1.) Abwägung bei der Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen
Der Gesetzgeber plant eine Homeoffice-Regelung. 

Wir haben die entsprechenden Entscheidungsträger aufgefordert, statt der Schaffung einer gesetzlichen Regelung zur Akzeptanz erstmal folgende Sachverhalte ergänzend oder alternativ zu verbessern:

  – Abzugsfähigkeit der mit dem Homeoffice verbundenen Anschaffungen und damit insbesondere die GWG-Grenze wesentlich (auf 3.000 Euro) zu erhöhen

– unangemessen kurze Fristen; Betriebsprüfungen und Statistiken sind derzeit keine systemrelevant wichtigen Tätigkeiten und sollten weitestgehend ausgesetzt werden

– Vorgaben aus dem Arbeitszeitgesetz/ Mindestlohnaufzeichnungen prüfen, da Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen als Arbeitgeber im Homeoffice (mit Pausen für Unterricht und Essen machen für die Kinder usw.) nicht zu kontrollieren/ zu gewährleisten sind

– Sonntagsarbeit vereinfachen 

– Verstärkung/ Akzeptanz und steuerlicher Anreiz für Homeoffice – wo es möglich ist – erhöhen (5 Euro je Tag verpufft bei Arbeitnehmern ohne Werbungskosten vollständig; daher ggf. mit Arbeitgeberbescheinigung direkte Steuerermäßigung

Je nach Ausgestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sind für eine Homeofficetätigkeit  folgende Argumente zu beachten:

– im Zuge von Distanzunterricht und von 2 Partnern / oder Kind zu Hause ist eine ordnungsgemäße Homeofficetätigkeit für Steuerberater und deren Mitarbeiter schwer einzuhalten 

– Zustimmung der Mandanten geboten, Unterlagen außerhalb der Kanzlei zu nutzen/ aufzubewahren
 
– können die Telefongespräche mit Mandanten unter den berufsüblichen Verschwiegenheitsverpflichtungen innerhalb der Wohnung und gegenüber Nachbarn eingehalten werden

– kann der physische und technische Schutz sensibler Informationen gewährleistet werden:

   – Sicherung der Arbeitszimmers gegenüber Dritten/ Familienangehörigen
   –  Datensicherung
    – akustischer Schutz
     – Sichtschutz

– können Telefon- und Videokonferenzen, die eine hohe Konzentration und Datenschutz erfordern, berufsüblich auch innerhalb der Wohnung gewährleistet werden

– Einhaltung allgemeiner Sicherheitsstandards

2.) Überlegungen zur Homeoffice-Verordnung 

 a.) finale Homeoffice-Regelung (Beschluss MPK 19.01.2021):
„Angesichts der pandemischen Lage ist auch die weitere Reduzierung von epidemiologisch relevanten Kontakten im beruflichen Kontext erforderlich. Dazu wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Verordnung befristet bis
zum 15. März 2021 erlassen, wonach Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müssen, sofern die Tätigkeiten es zulassen. Dadurch werden Kontakte
am Arbeitsort, aber auch auf dem Weg zur Arbeit reduziert. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder bitten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, das Angebot zu nutzen.
Dort, wo Präsenz am Arbeitsplatz weiter erforderlich ist, muss für Arbeitsbereiche  auf engem Raum im Rahmen der Umsetzung der COVID19-Arbeitsschutzstandards weiterhin die Belegung von Räumen reduziert werden oder
es sind ohne ausreichende Abstände medizinische Masken einzusetzen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Zur weiteren Reduzierung der Fahrgastzahlen im ÖPNV zu klassischen Berufsverkehrszeiten werden die Unternehmen aufgefordert, flexible Arbeitszeiten wo immer möglich so einzusetzen, dass das Fahrgastaufkommen zu Arbeitsbeginn und -ende möglichst stark entzerrt wird. 
Zur weiteren Stimulierung der Wirtschaft und zur Förderung der Digitalisierung werden bestimmte digitale Wirtschaftsgüter rückwirkend zum 1. Januar 2021 sofort abgeschrieben.
Damit können insoweit die Kosten für Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung zukünftig im Jahr der Anschaffung oder Herstellung steuerlich vollständig berücksichtigt werden. Gleichzeitig profitieren davon auch alle, die im Home-Office arbeiten. Die Umsetzung soll untergesetzlich geregelt und damit schnell verfügbar gemacht werden.“
 
b.) in der Verordnung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bis zum 15. März 2021 sind unter anderem geplant (ENTWURF!):

 

Testverpflichtung  
Wenn der Inzidenzwert über 200 liegt, dann sollen Unternehmen mit mehr als 50 Arbeitnehmern gleichzeitig im Unternehmen verpflichtet werden, wöchentliche Tests  durchzuführen, wenn die entsprechenden Arbeitnehmer die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder die Abstände im Unternehmen nicht eingehalten werden können.

Verpflichtung zur Maskengestellung/ Tragen
Dort, wo Präsenz am Arbeitsplatz weiter erforderlich ist, muss für Arbeitsbereiche  auf engem Raum im Rahmen der Umsetzung der COVID19-Arbeitsschutzstandards weiterhin die Belegung von Räumen reduziert werden oder
es sind ohne ausreichende Abstände medizinische Masken einzusetzen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Dort wo die Abstände im Unternehmen nicht eingehalten werden können und bei Vorliegen weiterer Punkte, muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmern also wohl (mindestens) medizinische Masken zur Verfügung stellen.

Angebot zum Homeoffice als Pflicht 
 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern die Tätigkeiten es zulassen. In Städten mit einem Inzidenzwert ab 50 SIND durch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Homeofficearbeitsplätze den Büro-Arbeitnehmern einzurichten/anzubieten, sofern keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Achtung Verschwiegenheitseinhaltung im Homeoffice bei Steuerberatern zu prüfen.

 Abstandsvorgaben
Dort, wo Präsenz am Arbeitsplatz weiter erforderlich ist, muss für Arbeitsbereiche  auf engem Raum im Rahmen der Umsetzung der COVID19-Arbeitsschutzstandards weiterhin die Belegung von Räumen reduziert werden. Der Arbeitgeber wird dazu verpflichtet, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um Kontakte innerhalb des Unternehmens zu vermeiden. Vorwiegend ist aber an Homeoffice zu denken. Ist dies jedoch wirklich nicht möglich, dann sind pro Mitarbeiter in einem Raum 10 Quadratmeter Mindestfläche einzuhalten oder entsprechende Abtrennungen oder Raumlüftungen zu installieren.

Pausengestaltung 
Unter bestimmten Bedingungen wird in Kantinen oder anderen Sammelräumen das gemeinsame Essen/ Treffen verboten.

 

3.) Corona-Hinweise für Sachsen-Anhalt:

– Coronavirus: Informationen für Kulturschaffende in Sachsen-​Anhalt: hier

– Hilfe für erwerbstätige Sorgeberechtigte, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können/Erstattungsanspruch für Eltern: hier  

 

4.) Quarantäne-Hinweise des Robert-Koch-Instituts (RKI)

– RKI-COVID-19: Bin ich betroffen und was ist zu tun?: hier

– RKI-Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19: hier 

– RKI-Häusliche Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung: Flyer für Patienten und Angehörige: hier

– RKI-Häusliche Isolierung Flyer für Kontaktpersonen: hier

– Kontakttagebuch Gesundheitsamt: hier

– Dashboard mit täglich aktualisierten Fallzahlen nach Bundesland und Landkreis: hier

 

5.) Verdienstausfälle aufgrund angeordneter Schutzmaßnahmen des Gesundheitsamtes

Bei Verdienstausfällen aufgrund angeordneter Schutzmaßnahmen des Gesundheitsamtes nach dem Infektionsschutzgesetz (z.B. Quarantänemaßnahmen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus) können Sie Verdienstausfallentschädigung beantragen.

Ein Merkblatt für genauere Informationen sowie den notwendigen Antrag finden Sie: hier
-Verdienstausfallentschädigung nach § 56 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG): hier
-Verdienstausfallentschädigung nach § 56 Absatz 1a Infektionsschutzgesetz (IfSG): hier 

Ansprechpartner für bei Ihnen noch offenen Fragen ist:
Herr Dießner (bernhard.diessner(at)lvwa.sachsen-anhalt.de).

Darüber hinaus bietet das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
eine Hotline für Unternehmer, die bezüglich des Corona-Virus weitere Probleme oder Fragen haben.
Hotline-Nummer: +49 391 567-4750 (Montag bis Freitag von 08:30 Uhr bis 16 Uhr)

 

6.) Kanzleien/ Mandantenbesuchsverkehr in Pandemie-/ Lockdownzeit:

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard (25.05.2020)

Arbeitshilfen (25.05.2020)

Ergänzung zur Gefährdungsbeurteilung (25.05.2020)

Praxischeck (25.05.2020)

Handlungshilfe für Hygieneplan (25.05.2020)

Unterweisung zu Hygienemaßnahmen (25.05.2020)

Handlungsempfehlung Mund-Nase-Bedeckung (25.05.2020)